Tätigkeitsbereiche

Forschung, Entwicklung und Technologietransfer im allgemeinen Interesse und zur Unterstützung der Wirtschaft sind für uns zentrale Themen. War es vor 20 Jahren die numerische Simulation, die dazu beigetragen hat, den Gießprozess besser zu verstehen, sodass heute Gussteile mit höchster Komplexität und Genauigkeit gefertigt werden können, beherrschen heute Themen wie 3D-Sanddruck, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Klimaneutralität die Forschung und Weiterentwicklung von Gießprozessen und Gusslegierungen.

Diese technologischen Trends, in Zusammenhang mit gesellschaftlichen Entwicklungen, sind heute zentrale Inhalte der am ÖGI aktuell laufenden Forschungsprojekte.

Als Gemeinschaftsforschungsinstitut der österreichischen Gießereiindustrie war das ÖGI immer treibende Kraft, wenn es darum ging neue Methoden einzuführen, bestehende Prozesse zu optimieren und zu verbessern oder neue Verfahren und Gusswerkstoffe zu entwickeln.

Forschung und Entwicklung

Bei den Forschungsprojekten handelt es sich sowohl um kooperative, national geförderte als auch um EU-geförderte und industriebeauftragte Projekte sowie strategische Eigenforschungsprojekte. Das ÖGI besitzt damit umfassendes Know-how bei der Struk­tu­rie­rung von Forschungs­ideen, der Unterstützung bei der Antragsstellung, aber auch bei der Umsetzung durch ein professionelles Projektmanagement.

Die Projekte werden in enger Zusam­men­ar­beit mit kleinen und großen Unter­nehmen der Wirt­schaft abge­wi­ckelt. Häufig arbeiten wir für unsere Kunden als deren externe Forschungs- und Entwick­lungs­ab­tei­lung. Unsere Spezia­lis­tInnen decken dabei ein umfas­sendes Fach­ge­biet ab und fach­über­grei­fende Themen werden inter­dis­zi­plinär behan­delt, wofür ein breites Netzwerk an Forschungspartnern zur Verfügung steht.

Die Forschungsbereiche umfassen:

  • Gießprozesse & Gusswerkstoffe
  • Simulation & Digitalisierung
  • Metallische Werkstoffe & Materialverbunde
  • Klimaneutralität, Leichtbau & Nachhaltigkeit
  • Computertomographie, Visualisierung & Datenanalyse

Materialprüfung

Umfassende Materialprüfungen und Werkstoffcharakterisierungen sind die Basis für eine erfolgreiche Weiterentwicklung von Fertigungs-/Gießprozessen sowie die Erforschung und Verbesserung von Gusslegierungen. Aber auch für die vorbeugende Qualitätssicherung, Erstmusterprüfung sowie Schadensfallbeurteilung werden nachfolgende Untersuchungs- und Prüfmöglichkeiten durchgeführt:

Zerstörende Werkstoffprüfung
Statische und dynamische Prüfung bei RT und erhöhter Temperatur

Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung
Computertomographie, Röntgenprüfung, Sichtprüfung, Risseindringprüfung

Chemische Analyse
Nasschemisch sowie ICP und Leco

Gefügecharakterisierung
Makro- und Mikrocharakterisierung sowie Mikro- und Nanohärteprüfung

Ermittlung thermophysikalischer Materialkennwerte
Wärmeleitfähigkeit, thermische Ausdehnung, spezifische Wärmekapazität

Formstoffprüfung
Rohstoffe, organische und anorganische Formstoff- und Kernsandmischungen

Numerische Simulation

Ein seriensicherer Gießprozess vermeidet unnötigen Ausschuss, spart damit Energie und Ressourcen ein und liefert so einen Beitrag für eine nachhaltige Produktion.

Das ÖGI unterstützt bei der Entwicklung komplexer Gießprozesse und setzt dafür eine der Problemstellung angepasste Software (MAGMASOFT, FLOW-3D, ANSYS Workbench) ein. Zudem steht eine umfassende interne Datenbank von thermophysikalischen Daten zur Verfügung bzw. können diese im eigenen Labor gemessen werden.

Die Interpretation der Ergebnisse und Beratung zur Problemlösung erfolgt durch erfahrene Spezialisten. Mit dem Spezialwissen und umfangreichen Know-how der Mitarbeiter können auch komplexe Gießprozesse (z. B. Schleuder-, Verbund- und Strangguss) mittels physikalischer Modelle und Simulation abgebildet werden. 

Qualitätsbeurteilungen und Schadensanalyse

Grundlegende Prozess- und Werkstoffkenntnisse sowie forschungsbasiertes Wissen sind notwendig, um die Qualität von Gussteilen und Erstmusterprüfungen durchzuführen und nach dem Stand der Technik zu bewerten. Dazu werden geeignete zerstörende und nicht zerstörende Prüf- und Untersuchungsmethoden, mit eigenen Auswertealgorithmen, eingesetzt. Die Ergebnisse des ÖGI, als neutrale und unabhängige Stelle, dienen sowohl der Qualitätsverbesserung als auch zur Festlegung der Qualitätskriterien zwischen Gießer und Gussanwender.   

Kommt es zum Versagen technischer Bauteile, ist die Ermittlung der Schadensursache zur Vermeidung weiterer Schäden bzw. des wiederholten Auftretens unbedingt notwendig.

Dafür wird eine systematische und methodische Analyse mit den geeigneten Methoden, von der visuellen Begutachtung bis zur Untersuchung am Rasterelektronenmikroskop, eingesetzt.

Maßgeblich sind oft Einflüsse aus der Produktion und Fertigung, konstruktive Mängel, eine falsche Werkstoffauswahl oder Werkstofffehler, eine falsche Dimensionierung oder unerwartete Beanspruchungen im laufenden Betrieb des Bauteils.

Umfassendes Wissen, mehrjährige Erfahrung und detektivischer Spürsinn sind notwendig, um den mechanisch-, korrosiv-, thermisch- oder kombiniert-induzierten Schadensfällen auf die Spur zu kommen. Über all diese Eigenschaften verfügen die MitarbeiterInnen am ÖGI.

Oberflächen-, Füge- und Beschichtungstechnik

Im Rahmen von Forschungsprojekten zum Thema Oberflächen-, Füge- und Beschichtungs­technik befassen wir uns mit nachfolgenden Themenstellungen:

 

  • Charakterisierung, Prüfung und Modifikation von metallischen und nichtmetallischen Oberflächen sowie Beschichtungen

  • Herstellung, Charakterisierung und Optimierung von Multi-Material-Verbunden

  • Einfluss von Prozessmitteln auf den Produktionsprozess und die Bauteiloberfläche (z. B. von Formtrennmitteln, Schlichten und Bindern)

  • Beratung in Klebstoffauswahl, Konstruktion und Auslegung sowie Klebstoff- und Bauteilprüfung

  • Alterungs- und Lebenszyklusanalyse, Qualitätskontrolle und Schadensaufklärung

  • Belastungs-, Korrosions- und Beständigkeitsprüfungen gegen Umwelt- und Medieneinflüsse inkl. beschleunigter Alterung

Technologietransfer

Es ist unser Auftrag und Ziel als gemeinnütziges Institut, aber auch unser Anspruch und Ansporn, das im Rahmen von Forschungsprojekten erworbene Know-how und Wissen, der Allgemeinheit und im Besonderen der Wirtschaft durch gezielten Technologie- und Wissenstransfer zugutekommen zu lassen.

Dies geschieht in Form von fachspezifischen Schulungen, Veröffentlichungen von Forschungsergebnissen in Fachzeitschriften, Herausgabe eines Jahresberichtes mit Kurzinhalten der Forschungsprojekte sowie Vorträge bei nationalen und internationalen Tagungen und Kongressen.

Des Weiteren wird jährlich die Österreichische Gießereitagung organisiert und dabei die Forschungsaktivitäten sowie -ergebnisse präsentiert.

Dazu kommt der Technologietransfer durch „Köpfe“, indem gut ausgebildete Mitarbeiter in die Industrie wechseln.